Im Rahmen des Datenmissbrauchs durch Cambridge Analytica unternimmt Facebook einige Änderungen an seinen Datenschnittstellen. Das hat auch Einfluss auf die Arbeit von Magdeboogie.

In den letzten Wochen wurde viel darüber diskutiert, was genau bei Facebook passiert ist, was genau diese seltsame britische Analysefirma wohl damit gemacht hat und wie es mit Datenschutz in der Zukunft weitergeht. Was wir bisher verstanden haben: es gab bei Facebook keinerlei Datenleck oder ähnliches, sondern Cambridge Analytica hat Daten von vor einigen Jahren bei einer wissenschaftlichen Forschungseinrichtung gekauft. Diese hatte die Daten durch eine App für einen Persönlichkeitstest bei Facebook generiert. „Welcher Katzentyp bist du?“. Ihr kennt das.

Auch wenn es in den Medien wie eine große Verschwörung vorkommt, so ist eigentlich rechtlich gesehen nichts gravierendes passiert. Der Zugriff auf die Nutzer*innendaten erfolgt legal über die damals noch deutlich offeneren Schnittstellen bei Facebook. Der Verkauf an Cambridge Analytica ist sicherlich ein anderes Thema. Uns geht es jetzt aber um Facebook. Während man da schon vor einigen Jahren von dem Vorfall gehört hat und den Zugang für die Forschungseinrichtung gesperrt hat, kocht das Thema erst jetzt so richtig hoch. Mehr dazu im immer empfehlenswerten Podcast Logbuch: Netzpolitik.

Nun hat Facebook reagiert. Irgendwie. Auf der einen Seite wurde Nutzer*innen nicht wirklich individuell darüber informiert, was mit ihren Daten passiert ist. Zum anderen, und das ist relevant für uns, wurde an den APIs herumgeschraubt. Was ist das? Kurz gesagt sind das Programmschnittstellen, die es bei jeder Software und jedem Online-Service gibt. Darüber lassen sich Daten austauschen, also bspw. Facebook-Veranstaltungen in Kalender übertragen. Und jetzt wird es für uns schwierig.

Wie ihr wisst will Magdeboogie eure Anlaufstelle für handverlesene Kulturevents in Magdeburg sein. Das machen wir alles ehrenamtlich, also ohne Bezahlung in unserer Freizeit, als kleiner Verein. Auch wenn manche sich das so vorstellen importieren wir die ganzen Events in unserem Kalender nicht per Hand. Kann man auch machen. Aber aufgrund der Menge basiert der Großteil unserer Importe auf Facebook-Veranstaltungen. Durch den Import schaffen wir aber auch eine Möglichkeit, Menschen auf Events aufmerksam machen, die nicht bei Facebook sind. Und das sind gar nicht mal so wenig, wie wir anhand von Rückmeldungen immer wieder feststellen.

Um unseren Kalender zu füllen nutzen wir dazu ein Tool von Modern Tribe, für welches wir auch Lizenzgebühren bezahlen. („WTF? Ihr macht das ehrenamtlich und bezahlt dafür noch Geld?“ „Ja!“). Dieses nutzte die o.g. APIs, um auf Facebook-Veranstaltungen zuzugreifen. Kurz: wir pflegen eine Liste mit Facebook-Seiten, die regelmäßig Events einpflegen, das Tool importiert die für uns, wir veröffentlichen sie in unserem Kalender.

Nun hat Facebook aber, wie gesagt, an den APIs geschraubt. Das lief alles ohne große Vorankündigung, und so richtig klar ist derzeit nicht, welche Funktionen in Zukunft verfügbar sind. Aktuell funktioniert aber der Import von Facebook-Veranstaltungen für uns nicht. Weder automatisiert, noch per Hand. Wer mehr darüber lesen will, klickt hier. [Dies ist keine Werbung]

Wir können euch also unseren Informationsdienst derzeit nicht im gewohnten Maße anbieten. Das ärgert uns natürlich sehr. Wie es in Zukunft weitergeht, können wir aktuell weder sagen noch abschätzen.

Wir versuchen euch auf dem Laufenden zu halten.

 

P.S. Auch wenn ihr natürlich die schönsten und intelligentesten Menschen der Welt seid, hier nochmal der Hinweis: die Nutzung von Facebook ist zwar kostenlos, aber nicht „umsonst“. Ihr bezahlt jederzeit mit euren Daten. Und das betrifft nicht nur die Stammdaten und Posts, die ihr auf eurem Profil postet. Natürlich merkt sich Facebook, welche Seiten ihr in ihrem Netzwerk besucht, was ihr schreibt (auch wenn ihr es nicht veröffentlicht). Es geht aber natürlich darüber hinaus. Zum eine gehören Instagram und WhatsApp mit dazu. Zum anderen bietet Facebook ja auch die Funktion „Anmelden mit Facebook“ bei anderen Services an und nutzt Werbe-Pixel auf anderen Seiten, um euer Surf-Verhalten zu protokollieren. Aus all dem wird über euch ein großer Datensatz angelegt, um euch auf verschiedenen Seiten spezielle Werbung anzuzeigen. Amazon und Google machen das übrigens ähnlich. #service #medienbildung

About Martin Hoffmann

Martin ist unser Quotenmann, Computerprofi, Ansprechpartner und mit Sicherheit der beste Pizzaschnecken- Bäcker in Magdeburg. Gerade den Mitgliedern, bei denen Cookies nur aus dem Backofen kommen und nicht aus dem Computer, erweist Martin sich als Meister Yoda mit 24 Std. Service. Er ist besser in Magdeburg vernetzt als die MDCC und in den wenigen Fällen, wo er selbst nicht weiterhelfen kann, hat er mindesten eine Telefonnummer oder E-Mail Adresse parat.

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