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Die Geschichte der Kriminalisierung von Sinti:zze und Rom:nja und der Widerstand dagegen
Die Bürgerrechtlerinnen Anita Awosusi und Ilona Lagrene schildern in dieser Dokumentation eindringlich die Rolle der Polizei und derer Verbrechen an Rom:nja und Sinti:zze während des Nationalsozialismus und die Kontinuitäten nach 1945. Die Aktivistin Fatima Hartman berichtet über eine große Polizeirazzia in Köln 1995 gegen geflüchtete Rom:nja sowie über ihren politischen Einsatz zur Aufklärung und Skandalisierung des Vorfalls. Alle Protagonistinnen erinnern ihrer Widerstandsformen gegen die anhaltende polizeiliche Kriminalisierung von Sinti:zze und Rom:nja nach 1945 bis in die 1990er Jahre.
Konzept/Sprecher*innen: Isidora Randjelović und Olga Gerstenberger
Regie/Kamera: Kornelia Kugler
Zeichnungen: Estera Iordan
Kamera Interviews: Marco Guttenberger
Ton: Gizem Oruç
Untertitelung: Gabrijela Zekic, Silke Nagel, Rebekah Smith
Diese Dokumentation erstellte RomaniPhen auch als kritische Intervention gegen die Auslassungen der romani Geschichte und Perspektiven in den aktuellen Diskursen über Polizeigewalt. Für eine ausreichende Analyse und Verständnis von gegenwärtigem Rassismus in der Polizei und Polizeiarbeit sind der Einbezug von Verfolgungs- und Widerstandserfahrungen von Sinti:zze und Rom:nja sowie eine weitreichendere intersektionale Analyse unerlässlich.
(Filmlänge ca. 40 min)
Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Gespräch zur gegenwärtigen Polizeigewalt aus historischer und intersektionaler Perspektive mit den Protagonistinnen des Films: Anita Awosusi, Ilona Lagrene, Fatima Hartmann und der Rassismusforscherin Vanessa Thompson statt.
Moderation: Isidora Randjelović
Podiumsteinehmer:innen:
Anita Awosusi (1956 in Karlsruhe) ist über 30 Jahre als Aktivistin der Bürger*innenrechtsarbeit der deutschen Sinti und Roma engagiert. Sie war langjährige Leiterin des Referats Dialog im Dokumentationszentrum der deutschen Sinti und Roma in Heidelberg. Sie ist Herausgeberin mehrerer Publikationen über die Musik der Sinti und Roma und Rassismus in der Jugendkultur. Seit 2015 ist sie engagiert in der IniRromnja. 2016 erschien ihre Familienbiografie „Vater unser – Eine Sintifamilie erzählt. Aktuell erscheint ihre Dokumentation „Tschi hi bistermen – Nichts ist vergessen.“
Ilona Lagrene, 1950 in Heidelberg geboren, ist Mitbegründerin des Verbandes deutscher Sinti und Roma in Baden-Württemberg, dessen Vorsitzende sie 1989 wurde. Im Landesverband war sie mit den alltagspraktischen Beratungen der Minderheit, aber auch mit kultureller Förderung, Erinnerungspolitik, der Dokumentation der Verfolgungsgeschichte und mit Antidiskriminierungsarbeit beschäftigt.
Fatima Hartmann engagierte sich mehr als zehn Jahre für Sinti und Roma innerhalb des Rom e. V Köln und war dort Gründungsmitglied und erste Vorsitzende. Sie war auch Redakteurin der Zeitschrift „Jekh Chip“ und arbeitete als Journalistin für den WDR. Fatima Hartmann arbeitet heute als Erzieherin in einer städtischen Kindertagesstätte und ist als Dolmetscherin im Bereich Folteropfer/ Flüchtlingsberatung tätig. Sie ist Teil der IniRromnja sowie des RomaniPhen e.V..
Dr. Vanessa E. Thompson ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Vergleichenden Kultur- und Sozialanthropologie an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. kritische Rassismus- und Migrationsforschung, Black Studies, intersektionale Geschlechterforschung, Abolitionismus und transformative Gerechtigkeit. In ihrem derzeitigen Projekt untersucht sie Formen des Polizierens von Schwarzen Menschen, Widerstände und abolitionistische Alternativen in Europa. Sie engagiert sich in diesen Bereichen auch aktivistisch und ist u.a. Mitglied in der Internationalen Unabhängigen Kommission zur Aufklärung der Wahrheit über den Tod von Oury Jalloh.
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