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Eine bislang weitgehend übersehene Diskriminierungsform prägt unsere Gesellschaft grundlegend: Klassismus. Klassismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund von Klassenherkunft oder Klassenzugehörigkeit. Klassismus richtet sich gegen Menschen aus der Armuts- oder Arbeiter:innenklasse, zum Beispiel gegen einkommensarme, erwerbslose, wohnungslose Menschen oder gegen Arbeiter:innenkinder. Klassismus hat Auswirkungen auf die Lebenserwartung und begrenzt den Zugang zu Wohnraum, Bildungsabschlüssen, Gesundheitsversorgung, Macht, Teilhabe, Anerkennung und Geld. In dem Vortrag führt Doktorin Francis Seeck in diese oft vergessene Diskriminierungsform ein und zeigt intersektionale Bezüge auf.

Dr*in Francis Seeck ist Kulturanthropolog*in, Geschlechterforscher*in und Antidiskriminierungstrainer*in. Seeck forscht und lehrt zu Klassismus, Sorgearbeit und geschlechtliche Vielfalt, nach einer Vertretungsprofessur für Soziologie und Sozialarbeitswissenschaft an der Hochschule Neubrandenburg nun als Post-Doc an der Humboldt Universität Berlin. 2020 erschien der breit beachtete Sammelband „Solidarisch gegen Klassismus. Organisieren, intervenieren, umverteilen“, herausgegeben von Francis Seeck und Brigitte Theißl.

Dies ist eine Veranstaltung in der Reihe: FEM POWER RINGVORLESUNG WS 21/22: (Un)gleichheiten? Introducing: Intersectionality

Nicht erst die US-amerikanische Juristin Kimberlé Crenshaw wies darauf hin, dass Ungleichheiten und strukturelle Diskriminierungsformen nicht nebeneinander existieren, sondern sich multiplizieren, und miteinander verwoben sind. Allerdings lieferte sie die Analysemethode der Intersektionalität. Diverse Macht- und Ungleichverhältnisse ordnen unser Denken und Handeln, und somit unser Wissen und unsere Wissensproduktion, in stereotype und normative Konstruktionen ein. Die Theorie ist heute so aktuell, wie damals – und findet dennoch noch immer keinen prominenten Weg in diverse Wissenschaften.

Im vergangenen Jahr diskutierten bereits renommierte Wissenschaftler:innen bei der FEM POWER Ringvorlesung „Introducing: Gender“ die soziale Kategorie Gender in den diversen Fachkulturen und -bereichen. Nun soll unter dem Titel (Un)gleichheiten? Introducing: Intersectionality der Blick für Ausschlussmechanismen und Machtstrukturen geweitet werden.

Die Ringvorlesung ist eine öffentliche Veranstaltung im Rahmen des Projekts FEM POWER an der Hochschule Merseburg. Wie im vergangenen Jahr wird sie digital über BigBlueButton stattfinden, ein hybrides Format vor Ort im Theater am Campus ist ebenfalls in Planung. Dies ist jedoch abhängig vom aktuellen Pandemiegeschehen.

Hinweis zur Anmeldung:
Teilnahmeplätze sind begrenzt, bitte achten Sie auch auf Anmeldefristen. Bitte melden Sie sich für die Veranstaltung über das Anmeldeformular an.

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