Die multimediale Wanderausstellung kommt nach Magdeburg
Graffiti ist Ausdruck, Style, Haltung und bis heute oft eine männerdominierte Szene. Dennoch haben FLINTA*-Personen diese Kultur seit Jahrzehnten mitgeprägt: auf Zügen, Wänden, in Crews, hinter der Kamera oder in der Forschung. Genau darum geht es in der Sisterhood Ausstellung, die vom 7. bis 10. Mai 2026 in der dieHO-Galerie in den Tessenow Ateliers in Magdeburg zu sehen ist. Die Vernissage startet am 7. Mai um 18 Uhr, der Eintritt ist frei.
Die Ausstellung bringt Stimmen aus der Graffiti-Szene zusammen, die sonst häufig weniger sichtbar sind. „Graffiti ist zwar ’n toughes Pflaster und oft eine Männerdomäne, aber vor der Sprühdose sind alle gleich.“ Dieser Satz zieht sich wie ein roter Faden durch das Projekt.
Vier Jahre lang hat das Sisterhood Kollektiv an der Ausstellung gearbeitet – größtenteils DIY, mit wenig Budget und viel Engagement aus der Szene selbst. Seit Sommer 2024 tourt die Ausstellung durch den deutschsprachigen Raum und wurde bereits in zahlreichen Städten gezeigt.
Stimmen aus der Szene
Das Herzstück der Ausstellung sind Video-Interviews mit knapp 40 Einzelpersonen und Crews. Writerinnen, Fotografinnen und Wissenschaftlerinnen erzählen darin von ihrem Weg zum Graffiti, von Erfahrungen in der Szene und davon, was sie antreibt, weiterzumachen.
„Graffiti ist für mich Freiheit – der Moment, in dem du einfach dein Ding machst.“

Credits: Sisterhood
Die Interviews dauern zwischen fünf und zehn Minuten und lassen sich direkt über QR-Codes auf dem eigenen Smartphone streamen – Kopfhörer also besser einpacken. Ergänzt werden sie durch Fotocollagen, Zitate und historische Einordnungen zur Rolle von FLINTA*-Personen im Graffiti. Aus vielen einzelnen Stimmen entsteht so ein lebendiges Zeitdokument der Szene.
„Viele von uns mussten sich ihren Platz erst erkämpfen – heute geht es darum, ihn auch für andere zu öffnen.“
Die Ausstellung versteht sich bewusst nicht als vollständige Darstellung aller Perspektiven. Jede der beteiligten Personen entscheidet selbst, wie sie sich zeigt und erzählt. „Es geht nicht darum, besser als andere zu sein – sondern darum, gemeinsam Raum zu schaffen. Sisterhood eben.“
Kunstjam: Ausstellung trifft lokale Szene
Neben der Ausstellung gibt es auch die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Parallel läuft ein offener Kunstjam, bei dem zwei große Holzcubes gemeinsam gestaltet werden können. Eingeladen sind besonders FLINTA-Personen*, die Lust haben zu sprayen, zu malen, zu kleben oder einfach gemeinsam kreativ zu werden.
Der Ausstellungsraum wird dadurch kurzfristig zum offenen Produktionsort, an dem internationale Perspektiven auf die lokale Szene treffen.
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Mehr InformationenLokale Akteur*innen hinter dem Projekt
Organisiert wird das Ganze vom Female Hip Hop Tresen Magdeburg in Kooperation mit dem XOFF Kollektiv in den Tessenow Ateliers.
Der Female Hip Hop Tresen Magdeburg ist ein ehrenamtliches Netzwerk- und Veranstaltungsformat, das sich für mehr Sichtbarkeit von Frauen, trans und nichtbinären Menschen in der Hip-Hop-Kultur einsetzt. Seit seiner Gründung organisiert das Kollektiv Veranstaltungen wie Workshops, Konzertabende, Diskussionsrunden und Communitytreffen und schafft damit Räume für Austausch und künstlerische Entwicklung. Dabei geht es auch um die Frage, wer im Hip-Hop sichtbar ist – und wer nicht.
Das XOFF Kollektiv ist eine Gruppe von Künstlerinnen aus Magdeburg, die in den Tessenow Ateliers arbeiten. Ihr Fokus liegt auf experimentellen Ausstellungen, kollaborativen Projekten und interdisziplinärem Austausch, häufig mit einem Schwerpunkt auf analogen künstlerischen Verfahren wie Fotografie und Dunkelkammerarbeit.
Gemeinsam bringen beide Initiativen die internationale Sisterhood-Ausstellung nach Magdeburg und verbinden sie mit der lokalen Kunst- und Graffiti-Szene.
Wann und wo?
Sisterhood – Künstlerinnen im Graffiti
📍 dieHO-Galerie, Tessenow Ateliers, Magdeburg
🗓 7.–10. Mai 2026
🎉 Vernissage: 7. Mai, 18 Uhr
🎟 Eintritt frei
Wer sich für Graffiti, urbane Kultur oder DIY-Projekte interessiert, sollte vorbeischauen – Handy und Kopfhörer nicht vergessen.
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