Wo Blumen blühen und Gespräche Raum finden, entsteht ein Café mit besonderer Atmosphäre.
Maria steht hinter der Theke und bereitet die ersten Cappuccinos des Tages zu. Es ist Sonntag, eine Woche nach Ostern. Das kleine Café auf dem Westfriedhof hat gerade erst eröffnet. Der Duft von frischen Blumen, gerösteten Kaffeebohnen und hausgemachtem Kuchen liegt in der Luft. Die Vertäfelung an Wänden und Theke ist in einem knackigen Grün gestrichen, auf Bänken und Stühlen sorgen beigefarbene Sitzkissen für Wärme. In einer Ecke schwebt ein Strauß Luftballons, ein Geschenk von Marias Familie zur Eröffnung. Sie hat die Leitung des Cafés übernommen.
Pavillon wird zum Café
Nach ihrer Elternzeit war Maria West auf der Suche nach einer neuen beruflichen Perspektive. In die Werbebranche wollte sie nicht zurückkehren. Ihre Leidenschaft galt schon immer der Floristik, und die Idee eines eigenen Hofcafés mit regionalen Produkten und gutem Kaffee begleitete sie seit Jahren. Dann stieß sie zufällig auf eine Stellenausschreibung: Für ein Blumencafé auf dem Westfriedhof wird eine Leitung gesucht. Sie bewirbt sich mit einem durchdachten Konzept und erhält die Stelle. Gemeinsam mit Martin Cziborra von der Friedhofsgärtnerei Boese entsteht im Pavillon des Westfriedhofs ein liebevoll gestalteter Ort.
Die Idee für ein Café an diesem Standort hatte Cziborra bereits vor rund zehn Jahren. Mit Maria hat er nun die passende Partnerin gefunden, die das Projekt mit Engagement und Expertise umsetzt. In zahlreichen Gesprächen entwickeln sie ihre gemeinsame Vision. Bereits im November 2025, kurz nach der Zusage für den Pavillon, wagen sie einen Pop-up-Tag. Mit zunächst nur einer Kaffeemaschine ausgestattet, laden sie Besucher*innen ein, den Ort aus einer neuen Perspektive zu erleben.
Perfektes Match
Anschließend bleiben vier Monate Zeit für die Umsetzung. Wasseranschlüsse werden gelegt, ein Tresen gebaut, Böden verlegt, Wände gestrichen und tapeziert. Martin Cziborra bringt erste Skizzen ein, Maria ergänzt sie mit ihrem Gespür für Gestaltung. Die beiden stellen sich auch in Geschmacksfragen als perfektes Match heraus. Bald ziehen passende Stühle, Tische, Dekorationen und Blumen in den Pavillon ein. Private Erinnerungen ergänzen die besondere Atmosphäre des Cafés. Alte Meisterbriefe und Gärtnerfotos von Martins Großvater hängen an der Wand und zeigen die besondere Verbindung zum Ort und Thema.
Ihr Ziel, Ostern zu eröffnen, haben sie geschafft. Die Resonanz ist groß, die Begeisterung spürbar. Neben Kaffee und Kuchen bietet „The Little Leaf“ auch ausgewählte Blumensträuße, Topfpflanzen, Dünger sowie kleine, regionale Produkte an. Gleichzeitig ist das Café auf den Friedhofsbetrieb ausgerichtet.
Ein besonderes Angebot ist außerdem ein Trauercafé für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren. Unter der Leitung der Theaterpädagogin und Trauerbegleiterin Marlen Geisler entsteht hier ein geschützter Raum, in dem junge Menschen Trauer begegnen können – durch Gespräche, kreativen Ausdruck und gemeinsames Erleben. Auch Trauerfeiern können hier im kleinen Rahmen stattfinden, rund 20 Gäste finden Platz.
Perfektes Match
Und der Name? Die Idee zu „The Little Leaf“ stammt von Cziborra. Er wollte die Verbindung zur Pflanzenwelt betonen und mit einem englischen Namen zugleich neue Zielgruppen ansprechen. Das Café sei auch ein großes Gemeinschaftsprojekt, resümiert Maria. Eine Freundin entwarf das Logo, Familie, Freunde und das Team halfen bei der Gestaltung. Nun ist es eröffnet und die Liebe zum Detail ist in jedem Winkel spürbar. Alle Infos und Aktionen gibt es auf Instagram.



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