Hoffnung organisieren in autoritären Zeiten - Hochschulen als Bollwerk der Demokratie?
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Dieser Vortrag widmet sich der Frage, welche Rolle Hochschulen in Zeiten des zunehmenden Erfolgs autoritärer und rechtsextremer Politiken und der Erosion ganzer Demokratien spielen können – und müssen.Ausgehend von
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Dieser Vortrag widmet sich der Frage, welche Rolle Hochschulen in Zeiten des zunehmenden Erfolgs autoritärer und rechtsextremer Politiken und der Erosion ganzer Demokratien spielen können – und müssen.
Ausgehend von Erfahrungen in der Lehre der Sozialen Arbeit, aus jahrelanger zivilgesellschaftlicher Bündnisarbeit sowie aus der Praxis in einem von rechten Angriffen betroffenen Jugend- und Soziokulturellen Zentrum, werden konkrete Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten diskutiert: Wie können Hochschulen ihre Mitglieder und die Institution als Ganzes besser schützen? Wie kann ein solidarisches und demokratisches Miteinander im Hochschulalltag gestärkt werden? Und wie lässt sich Engagement über die Hochschule hinaus wirksam unterstützen?
Im Fokus stehen dabei auch Fragen politischer Teilhabe. Welche Verantwortung haben Hochschulen, wenn es darum geht, Studierende und Mitarbeitende zur demokratischen Beteiligung zu ermutigen, etwa durch niedrigschwellige Informationen oder strukturelle Unterstützung, und inwieweit sind elementare Grundfreiheiten durch autoritäre Diskursdynamiken bereits existenziell bedroht? Der Vortrag verbindet Analyse und Praxisperspektiven und fragt, welche zentralen Erkenntnisse für Wissenschaft und Praxis gleichermaßen relevant sind, von der Radikalisierungsprävention bei Jugendlichen über demokratisch-emanzipatorische Bildungsarbeit bis hin zur aktiven Förderung von Zivilcourage.
Zugleich geht es um mehr als „nur“ Problembeschreibung. Im Zentrum steht die Idee einer aktiven, ausgestalteten „Hoffnungsarbeit“. Hoffnung wird dabei nicht als bloßes Gefühl verstanden, sondern als kollektive Praxis, die strategisch entwickelt, organisiert und verteidigt werden muss, nicht zuletzt deswegen, weil sie möglicherweise einer der wichtigsten Resilienzfaktoren in Zeiten der Polykrise darstellt.
Die Veranstaltung lädt dazu ein, eigene Handlungsspielräume zu erkennen, bewusst zu nutzen und die Demokratie auch im Hochschulalltag aktiv gegen ihre zahlreicher gewordenen Feind*innen zu verteidigen.
Robert Fietzke wurde in Magdeburg geboren, ist aufgewachsen in den „Baseballschlägerjahren“ in Halberstadt und zog für das Studium der Sozialen Arbeit zunächst nach Magdeburg. Heute wirkt er wieder in Halberstadt und leitet dort das Jugend- und Soziokulturelle Zentrum ZORA. Sein beruflicher und politischer Weg ist geprägt von jahrelangem zivilgesellschaftlichem Engagement. Er gründete mehrere zivilgesellschaftliche Bündnisse mit, war Vorsitzender des Flüchtlingsrats und sitzt seit 2024 im Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg. An der Hochschule Magdeburg-Stendal lehrt er seit 2014 zu den Schwerpunktthemen Rechtsextremismus, Verschwörungsideologien, Flucht und Migration.
Der Vortrag wird von dem FEM POWER Teilprojekt der H2 organisiert.
Eine Teilnahme ist nach Anmeldung unter chancengleichheit.shk@h2.de kostenfrei möglich.
Schade hätte gerne zugehört.