Vernissage Prof. H.-H. Grimmling "WIDERSPENSTIGES BLÜHEN"

Fr21April18:00Fr21:00Vernissage Prof. H.-H. Grimmling "WIDERSPENSTIGES BLÜHEN"Galerie Fabra Ars18:00 - 21:00(GMT+02:00)

Event Details

ERÖFFNUNG
Freitag, 21. April 2023, 18 Uhr
AUSSTELLUNG
21. April – 20. May 2023

PROF. HANS-HENDRIK „WIDERSPENSTIGES BLÜHEN“

Hans-Hendrik Grimmling studierte an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, u. a. bei Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer. Grimmling war im Künstlerkreis „Tangente“ Mitinitiator des legendären 1. Leipziger Herbstsalons, einer halblegalen Ausstellung im Messehaus am Leipziger Markt 1984. 1986 reiste Grimmling nach West-Berlin aus, wo er seither lebt und arbeitet. Ab 2001 lehrte er als Dozent und später als Professor an der Berliner Technischen Kunsthochschule.

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Sieht man durch ein Mikroskop, wartet da ein fantastisches Paradox: das Panorama ist intim, die reale Distanz enorm. In seiner Kunst wird Hans-Hendrik Grimmling zum Okular und seine Perspektive ist eindrucksvoll nah und physisch fern zugleich.
In der Ausstellung „Widerspenstiges Blühen“ hat der Maler seine floralsten Werke versammelt. Doch bei seinen pflanzlichimpulsiven Arbeiten handelt es sich nicht um romantisch verkitschte Rosenblätter, bei Grimmling ist es der botanische Organismus, der im Vordergrund steht. Und auf ihn gewährt uns der Künstler einen rebellischen Blick: in einer distanzierten Detailaufnahme lässt er uns an der Intimität seiner vitalen Netzwerke teilhaben und entzieht sich zugleich einer eindeutigen Ausformulierung. Das widerspenstige Blühen seiner Geflechte aus Ranken und Knospen erzählt von der Aufforderung zur Provokation, zu einer Haltung, die sich politisch und künstlerisch wehrt.
Einst in der Opposition zur Repression der DDR und ihrer Kunstdoktrin einer exklusiven Figürlichkeit konditioniert, steht Grimmling darüber hinaus für das Streben nach einem komplexeren Verständnis von Schönheit. Die hintergründige Metapher seiner widerstrebenden Natur spiegelt sich in den verschiedenen Formphasen und Zyklen: seine organischen Muster erzählen mal von den kräftigen Strukturen eines Wurzelgeflechts, mal umfassen sie die fragile Beschaffenheit einer Blattfaser. Doch seine floralen Gebärden artikulieren auch Verletzlichkeit und Zerstörung, sprechen von der Hinderlichkeit, sich selbst im Weg zu stehen. Und davon, dass trotz der Füße, die uns am Boden verwurzeln, unser Leben aufstrebend wächst, nach oben, hin zum Licht.
Als Publikum dieser besonderen Fotosynthese verfolgen wir die Dynamik der lebendigen Strukturen des Künstlers und sehen den abstrakten Flechtwerken und Blättermustern beim Atmen zu. Mit der Kunst von Hans-Hendrik Grimmling blicken wir tief in unser vitalstes Inneres und stellen fest: unsere Zellen teilen sich, unser Wachstum blüht widerspenstig – die Muster der Unendlichkeit wuchern in uns.

— Sonja Gatterwe

https://www.facebook.com/events/776735687116455/

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Zeit

21. April 2023 18:00 - 21:00(GMT+02:00)

Ort

Galerie Fabra Ars

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