Foto: Christoph Koestlin

Die Filmkunsttage Sachsen-Anhalt sind gerade vorbei gegangen. Neben alternativen Filmen packte das Orga-Team mit magdeboogie-Mitglied Lydia auch ein Konzert ins Programm für die Kulturliebenden unserer Stadt. In intimer Wohlfühl-Atmosphäre durfte sich ein kleines Publikum im „Klub“ neben dem Studiokino am Moritzplatz über einen äußerst sympathischen Gast freuen: Tim Neuhaus. Der gebürtige Hagener (NRW) ist Schlagzeuger und Singer-Songwriter. Manche mögen ihn durch einzelne Hits und seine Tätigkeit in der Band von Thomas Hübner (Clueso) kennen. So mancher im Publikum kannte ihn jedoch noch gar nicht und war begeistert von der großen Authentizität und vor allem Energie, die den Vollblut-Musiker wohl am ehesten ausmacht. Wir hatten die Freude, diesem sehr privaten Konzert im Kinosessel beizuwohnen- und (vor- wie auch nachher) mit Tim zu sprechen.

 

Du bist nicht zum ersten Mal hier. Was verbindest du mit Magdeburg?

Die Erinnerung an eine kleine Liebesbeziehung von vor 20 Jahren.
Ein tolles Spontankonzert mit Clueso in 2014, sowie eins mit Marcus Wiebusch im Moritzhof.
Und nun das Filmfest und dieser tolle Klub hier.

 

Wie bist du zum Grand Hotel van Cleef gekommen? Warum bist du nicht bei Zughafen?

Thees Uhlmann war 2010 so verliebt in mich bzw. in einen Song von mir (AS LIFE FOUND YOU), er wollte mich und mein Debüt-Album auf seinem Label. Seinem Charme konnte ich nicht entfliehen.
Und das GHvC war schon immer Sieger der Herzen. Es passt einfach super. Und ich war in Berlin, Thees auch.
Ich wollte nicht zurück nach Thüringen. Die Zeit lag schon 6 Jahre hinter mir.

 

Was schätzt du an Kat Frankie?

Ihren Blick auf die Dinge.

 

Klubromantik

 

 

Wie hast du Thomas Hübner kennengelernt?

Es war im Jahr 2001. Christoph Bernewitz hat uns alle in einem Proberaum zusammengeführt, nachdem sie sich auf einer Jamsession kennengelernt haben. Wir spielten und probierten und waren dann sofort eine Band. Erst für den RHYTHM CLUB, eine Hip Hop Gang aus 5 Front-Jungs aus Erfurt, später dann auch für die Clueso Band. Trotz meines Ausstiegs aus der Clueso Band blieben wir immer Freunde und wir haben uns weiterhin rund um die Musik getroffen und zusammen geschrieben.

 

Wo ähnelt ihr euch musikalisch und wo liegen entscheidende Unterschiede?

Wir sind musikalisch beide sehr offen. Wir probieren gerne viel aus und wagen uns auch gerne mal mit Übermut an Grenzen heran, in Bereiche, die wir auch nicht unbedingt als unsere Stärke bezeichnen würden. Es macht Spaß, wenn man auf diesen Wegen etwas findet. Das beflügelt. Die Neugier, die „Sucht“ und das Gefühl dabei verbindet. Trotzdem sind wir einzeln sehr anders in unserer Herangehensweise. Wir sind sehr unterschiedlich „musikalisch sozialisiert“. Aber dieser entscheidende Unterschied kann sehr kraftvoll zusammen in einem Raum sein, wenn man Songs schreibt und aufnimmt. Oft kommt dabei etwas völlig Neues bei raus.

 

Du bist nicht nur Sänger, sondern machst auch Filmmusik und spielst bei der „Blue Man Group“ Schlagzeug- ein echter „Tausendsassa“ also. Gibt’s noch mehr, was du zukünftig ausprobieren möchtest?

Ich glaub ich bin ein Drummer-Songwriter, der auch singt. Davon will ich noch viel mehr machen. Ach, da geht es erst noch richtig los. Es passieren aber auch mittlerweile auch so einige unvorhersehbare Projekte  – wie zum Beispiel – eine Kunstausstellung zu der ich eine Raum/Soundinstallation mache.
Mit 40 denk ich nicht mehr so weit in die Zukunft, sondern freu mich über die Dinge, die passieren, während ich eigenes mach.

 

Wie läuft es ab, wenn du Musik für einen Film komponierst?

Ich seh mir den Rohschnitt des Films an mit einer Gitarre in der Hand. Dann passiert es. Immer schön spontan mitschneiden. Die ersten Ideen sind die wertvollen, von da aus geht es weiter.

 

Eine letzte Frage: Hast du einen Ausgleich zu deiner künstlerischen Tätigkeit, die ja dein Hauptberuf ist?

Draußen sein. Den Sommer anbeten. Und den Winter…

 

 

Schön, dass du den heutigen Herbsttag bei uns verbracht hast. Vielen Dank für das Interview und einen tollen Abend!

Fotos: Christoph Köstlin (Titelbild), Lydia Flössel (Bild im Text)

About Anne Brünen

Schon bevor sie vor fünf Jahren endgültig hierher zog, preiste sie ihren Mitschüler*innen Magdeburg als „place to be“ an- so steht es sogar in der Abizeitung. Die Entscheidung gegen das „dicke B“ und für unsere eben noch hippere Stadt im Grünen war die absolut richtige! Getreu Olli Schulz‘ Liedzeile „Mit dem Rad durch die Stadt, Kopfhörer drin“ tingelt Anne am liebsten von Konzert zu Konzert jeglicher Art. Dass sie das „Veranstaltungen abgrasen“ nun noch mit dem Beiträge schreiben verbinden kann, macht sie zum glücklichen Neu-Mitglied von Magdeboogie.

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