Betty Oh Boy melden sich mit neuer Musik zurück. Ihre neue EP stellen sie exklusiv am 30. Mai im Ravelin bei ihrem Releasekonzert vor.
Der Proberaum der Band liegt etwas versteckt in Magdeburg-Stadtfeld. Susi und Kevin machen es sich auf einem alten Sofa gemütlich. Über ihnen hängen drei Artworks des Künstlers, der auch das aktuelle Design der EP gestaltet hat. Lukas und Hirschi setzen sich dazu. Micha kommt etwas später, er hat noch familiäre Verpflichtungen. Es bleibt kurz Zeit, um über die Geschichte einer Band zu sprechen, die bereits seit 2018 die Magdeburger Musikszene bereichert. In einer knappen Stunde soll die Probe beginnen, eine von nur noch wenigen Proben, bevor die fünf Musiker*innen ihre neue EP im Ravelin vorstellen. Die Band sei aufgeregt, gleichzeitig aber auch glücklich, wieder neue Musik veröffentlichen zu können.
Suche nach dem eigenen Sound
Susi war 2018 kurz davor, die Stadt zu verlassen, als Kevin sie anrief und fragte, ob sie Lust auf ein neues Bandprojekt hätte. Mit Micha, Kevin und Hirschi waren bereits drei Bandmitglieder gesetzt. Als Gitarrist stieß Lukas schließlich dazu. Zusammen standen sie vor der Herausforderung, ihren Sound erst noch zu finden. An diesem Prozess hat sich bis heute nicht viel geändert. Gerade darin liegt für die Band der kreative Reiz. Häufig bringen Susi und Micha erste Textideen mit, aus denen anschließend gemeinsam Songs entstehen. Diese durchlaufen oft zahlreiche musikalische Veränderungen, bevor sie ihre endgültige Form finden. „Letztlich ist es eine Songskizze, die wir als Band zusammen am Ende fertig arrangieren,“ erklärt Kevin.
Und das funktioniert ohne Reibung? Die vier lachen auf. Nicht jede Idee schaffe es bis zur Veröffentlichung, erzählen sie. Sie stecken viel Zeit in ihre Songskizzen, und trotzdem bleibt vieles liegen. Irgendwann, so stellt Susi fest, müsse bei jeder Skizze eine Entscheidung getroffen werden. Insgesamt hat die Band mittlerweile achtzehn Songs veröffentlicht.
Neue Songs, neue Entdeckungen
Mit den neuen Songs haben sie sich auch musikalisch neu entdeckt. Ihr Anspruch habe sich weiterentwickelt, und das würde man den neuen Songs auch anmerken. Für das Releasekonzert hat sich die Band das Ravelin ausgesucht, mit Platz für 100 bis 120 Menschen. Auch das erste Konzert der Band fand dort statt, und irgendwie fühlt es sich so an, als würde sich damit ein Kreis schließen. Den Abend eröffnen wird Ferdinand Günther mit seinem Projekt Ferlierer. Gleichzeitig war er auch als Produzent an der EP beteiligt und prägte den Sound entscheidend mit.
Den ersten Song auf der neuen EP hat Micha geschrieben. Inhaltlich greift „Liar“ das Thema der bequemen Lügen auf. Wie leicht ist es, in einer Lüge zu leben und sich den Wahrheiten des Alltags zu verschließen? Für Susi war das Lied zu Beginn eine Herausforderung. Sie musste für sich herausfinden, ob sie den Track überhaupt so singen kann. Schließlich gelang es ihr, sich auf die Perspektive des Textes einzulassen und dem Stück ihre eigene Stimme zu geben.
„Getting High“ ist der zweite Song der EP und wurde von Lukas komponiert. Der Text ist ein Appell von Susi, Dinge zu wagen und das eigene Licht zu entdecken. Der letzte Song „Sidewalk Stories“ wurde von Kevin geschrieben und widmet sich der Liebe. Dabei arbeitet der Text mit Bildern und Metaphern urbaner Räume und den Möglichkeiten einer Stadt. Seine Inspiration sei dabei seine Zeit in Jena gewesen und das, was er bis heute mit diesem Ort verbindet.
Der Blick nach vorn
Und was wünschen sich Betty Oh Boy für die Zukunft? Mehr Zeit zusammen, findet Hirschi, und der Rest der Band stimmt ihm zu. Aber auch eine weitere Zeit im Studio wäre schön. Der richtig große Traum ist jedoch, endlich eine eigene LP in den Händen zu halten. Doch jetzt konzentrieren sich die fünf Musiker*innen erstmal auf das Konzert am 30. Mai. Micha ist mittlerweile auch angekommen. Es ist 18:30 Uhr und die Probe kann starten.
Geplante Konzerte
- 20.06.26 – Sommerfest der Grünen, Hyparschale Magdeburg
- 11.09.26 – Datsche Magdeburg
- 12.09.26 – Wagenhalle Magdeburg
Tickets für das Releasekonzert gibt es hier.



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