URWAHN hat am Breiten Weg einen neuen Ort eröffnet. Café ist dabei eigentlich das falsche Wort: Der neue Space soll vor allem Coworking- und Community-Ort sein. Kaffee trinken, arbeiten, Veranstaltungen besuchen, Leute treffen. In Zukunft sollen hier auch Lesungen, Konzerte, Ausstellungen, Workshops und Sportveranstaltungen stattfinden. Das Fahrrad selbst soll dabei laut URWAHN eher in den Hintergrund rücken. Trotzdem bleibt es der Ausgangspunkt des Konzepts, schließlich kommt der Ort aus einer Fahrradmarke heraus. Klingt erstmal ziemlich offen. Und genau deshalb haben wir uns gefragt: Wie offen ist so ein Community Space eigentlich?
Bei den gemeinsamen Bike Rides kann grundsätzlich jede*r mitfahren. Ausdrücklich sind dabei alle Levels willkommen. Egal, ob man schon regelmäßig auf dem Rennrad sitzt oder gerade erst anfängt: Es geht vor allem darum, gemeinsam unterwegs zu sein. Ein eigenes Rennrad ist dafür allerdings Voraussetzung, denn Fahrräder können vor Ort nicht ausgeliehen werden. Für die bestehende Rennrad-Community dürfte der Einstieg damit ziemlich unkompliziert sein. Wer bisher noch nicht mit dem Rennrad unterwegs ist, kann dagegen nicht einfach spontan dazustoßen.
Auch das Konzept selbst ist ziemlich klar kuratiert: Kaffee von Kaffeemänner, Kuchen vom Herzstück, Wein vom Basta, Kunst und natürlich URWAHN. Die Partner sollen langfristig bleiben und wurden unter anderem danach ausgewählt, was qualitativ und konzeptionell zum Ort passt.
Das macht den Ort besonders und gibt ihm eine klare Handschrift. Gleichzeitig kann es aber auch eine ziemlich bestimmte Bubble schaffen.
Denn ein Community Space entsteht nicht allein dadurch, dass man ihn so nennt. Er entsteht durch die Menschen, die ihn nutzen, sich dort treffen und ihn irgendwann vielleicht zu ihrem eigenen Ort machen.
URWAHN möchte ausdrücklich mehr sein als ein Showroom und künftig mitten in verschiedenen Bereichen der Stadtgesellschaft stattfinden, von Kunst und Musik bis Sport und Kultur. Ob daraus tatsächlich ein offener Treffpunkt für ganz unterschiedliche Menschen wird oder sich vor allem eine bestimmte Fahrrad-, Design- und Lifestyle-Community angesprochen fühlt, wird sich deshalb erst mit der Zeit zeigen.
Vielleicht ist genau das gerade das Interessante an diesem neuen Ort: URWAHN hat einen Raum geschaffen, jetzt entscheidet sich, welche Community ihn mit Leben füllt.

Foto: URWAHN

Foto: URWAHN

Foto: URWAHN
7 Schnelle Fragen an Urwahn:
1. Was war zuerst da? Das Fahrrad oder der Kaffee?
Das Bike. Der Kaffee macht die Sache heute nur noch besser.
2. Flat White, Espresso oder Filterkaffee?
Flat White. Klar, cremig, ohne Schnickschnack.
3. Wo würdet ihr Magdeburg mit dem Bike neu entdecken?
An der Elbe starten und einfach treiben lassen.
4. Was macht ihr, wenn ihr nicht im Café oder auf dem Bike sitzt?
Design schärfen, Ideen spinnen und neue Formate aushecken.
5. Welcher Ort in Magdeburg bekommt zu wenig Aufmerksamkeit?
Der Wissenschaftshafen. Industriecharme, Wasser und verdammt viel Potenzial.
6. Was sollte man bei euch unbedingt ausprobieren?
Erst einen richtig guten Kaffee. Dann unsere Bikes. Am besten beides.
7. Was sollte Magdeburg über euch wissen?
Wir sind Café, Bike Atelier und Design Space in einem. Vorbeikommen ausdrücklich erwünscht.

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