Abstand halten

Ist in Magdeburg selten ein Problem. Die Straßen gehören dir, vor allem Sonntags – da ist nix los! Wenn es doch mal enger wird, weißt du ja wie es läuft! Also hab deinen Mund-Nasen-Schutz stets auf Tasche!

Baracke und andere “Studierenden”-Clubs

Bock dir richtig einen hinter die Binde zu kippen und danach deine Tanzkünste zu sämtlichen Stilrichtungen der Mainstream-Chart-Musik sowie 100 Mal gehörten Disko-Klassikern zu offenbaren? Das geht normalerweise in der Baracke, gerade kannst du dich dort allerdings nur privat einmieten. Und ja es gilt auch in Magdeburg in allen Clubs aktuell Tanzverbot!

Corona

Ja, trotz dicken Festungsmauern hat das Virus auch die #Boomtown erreicht. Trotz vergleichsweise niedriger Infektionszahlen, solltest du Achtsam mit dir und deinem Umfeld umgehen. Die Mitteilungen und Infos von der Stadtverwaltung gibts tagesfrisch hier.

Damaschkeplatz

“Home is where the Nachtbusse meet”: Normalerweise DER zentrale Umstiegsplatz der Stadt. Aber jetzt erstmal kaputt – weil siehe T. Entsprechend gibt es gefühlt alle halben Jahre einen neuen Fahrplan für die Stadt. Bei der MVB nachschauen könnte helfen…

Entscheidungen und Mitgestaltung

Freu dich, dass du in einer Zeit nach Magdeburg kommst, in welcher man tatsächlich vor der Entscheidung steht, wie man seinen Abend am koolsten verbringt. War wohl nicht immer so. Falls du auch was dazubeitragen willst, meld dich mal bei einem der vielen Vereine in der Stadt.

Frühaufsteher*innen

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Irgendeiner kam mal auf die glorreiche Idee, dass man das frühere Aufstehen der Sachsen-Anhalter*innen ja für ‘ne Imagekampagne nutzen könnte. Auf einmal war Sachsen-Anhalt das “Land der Frühaufsteher”. Blöd, dass das frühe Aufstehen wohl auch daran liegt, dass Leute zur Arbeit pendeln müssen, weil’s hier keine anständigen Jobs gibt. Zum Glück ist damit mittlerweile Schluss. Ein Gassenhauer ist es trotzdem noch.

G-Punkt

Janz schwieriges Thema! Um mal Wikipedia zu zitieren: “Man sagt, die Magdeburger sprechen das G auf fünf verschiedene Arten, aber G ist nicht dabei! Diese fünf Arten kommen zum Beispiel vor in der Wortgruppe ‘Vogelgesang in Magdeburg’. (Sprich: Voreljesank in Machteburch)”. Wobei wir gleich beim nächsten Thema wären: SAG NIEMALS MAAAGDEBURG. Es würde total Sinn machen, aber angeblich geht das Wort auf große Burg oder sowas zurück. Sag einfach “Mackdeburg” und alle sind glücklich. Außerdem: Weise jeden Gast unbedingt daraufhin, dass man nicht Maaaaagdeburg sagt.

Hasselbachplatz

Das Musterbeispiel für gelungene Verkehrsplanung, wenn es darum gehen würde, möglichst viele Radfahrer*innen und Fußgänger*innen in Gefahr zu bringen. Dieses planungstechnische Meisterwerk wurde gleichzeitig zum Kneipenviertel-Zentrum aka Späti-Hochburg erklärt.

„Im Kommen“ und Berlin-Vergleiche

Ganz ehrlich: Hier passiert schon was und es gibt viele Leute, die dein Leben schöner machen wollen in Magdeburg. Aber mit einem generellen Mittelmaß von Magdeburg musst du dich abfinden. Dazu kommt leider ein gewisser Größenwahn, der in nutzlosen Berlin-Vergleichen wie “Buckau ist wie das frühe Kreuzberg und Stadtfeld ist eher so Prenzlauer Berg” mündet. Ernsthaft: Buckau wäre vielleicht wie das frühe Kreuzberg, wenn es mehr als zwei Cafés und einen Eisladen geben würde. Und vielleicht noch so 1000 Leute hinziehen, um die ganzen Ruinen zu bewohnen. Ja, es ist dreckig und es stinkt teilweise nach Hundescheiße, aber nein: Es ist nicht Berlin. Und nur weil in Stadtfeld 10 Muttis mit Kinderwagen durch die Straße laufen, ist das noch lange nicht Berlin!

Jogginghose

Anziehen. Kein Ding. Interessiert keine Sau. Du und deine geliebte Jogginghose, hier seid ihr frei in dieser Stadt. Kein Fashion-Diktat von irgendwelchen Hipstern hindert dich in Magdeburg an deiner modischen Selbstentfaltung und deiner Individualität – siehe Kai. Und wenn du schon immer mal mit deiner Haarfarbe experimentieren wolltest: Am besten gleich eine 3-Farben-Strähnen-Kombination und keiner merkt mehr, dass du neu in der Stadt bist.

Kai-Uwe oder einfach nur: Uwe-Kai

Böller in Magdeburg, eine endlose Geschichte. Während das tägliche „Böller Unser“ in Stadtfeld die Latte-Macchiato-Fraktion immer wieder in Wallungen bringt, stellt der berühmt-berüchtigte krasse Kai-Uwe alle in seinen Schatten. Uwe-Kai, wie ihn seine engsten Freund*innen nennen dürfen, baut dabei gerne mal einen eigenen Knallkörper und kommt damit an Silvester groß raus. Willkommen in Magdebronx!

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Liebe und Leere

Wenn du auf verlassene Orte stehst, dann biste hier richtig. Ab und zu werden leere Gebäude auch für geile Kunstaktionen genutzt. Und wenn du schon immer mal ein Haus besetzen wolltest: Auf geht’s ;)

Magdeburgisieren

1631: Der Dreißigjährige Krieg um die Vorherrschaft der Religionen tobt und Magdeburg ist mittendrin. Die Truppen der „Katholischen Liga“ unter dem Anführer „Tilly“ belagern die Festungsstadt. Am 10. Mai wird Magdeburg total zerstört, in Schutt und Asche gelegt. Etwa 20.000 Menschen starben. Bis heute wird der Begriff der totalen Zerstörung synonym mit „Magdeburgisieren“ verwendet. Auch ein Teil der Magdeburger Geschichte und hat bis heute Auswirkungen – siehe Z.

Nazis

Einst war Dresden das Mekka für Europas Rechte, dann entwickelte sich Bad Nenndorf zur Pilgerstätte für Demonstrant*innen des neonazistischen Lagers. In beiden Orten ist die Tendenz der Teilnehmer*innen inzwischen rückläufig. Anders hingegen war es bis vor kurzem im sachsen-anhaltinischen Magdeburg. Die Stadt tut sich schwer im Umgang mit der Art des Gedenkens: Der neonazistische „Gedenkmarsch“ wurde jahrelang ignoriert, bis, ja bis er nicht mehr zu ignorieren war. Bis 2018 veranstaltete man parallel eine „Meile der Demokratie“, bei der Vereine und Initiativen gern ein weltoffenes Magdeburg präsentieren. Jetzt läuft das Gedenken der Stadt im Januar unter dem Namen „Eine Stadt für Alle – Initiative Weltoffenes Magdeburg“.

Otto

Otto macht dies, Otto macht das, Otto macht jenes. Otto Otto Otto Otto Otto Otto Otto Otto Otto Otto Otto. Die Praktikant*innen bei der Agentur Scholz&Friends hatten wahrscheinlich Bock die Magdeburger*innen auf ewig mit Otto-Sprüchen zu quälen. Sie waren erfolgreich. Wenn du also irgendeine Veranstaltung planst, einfach ein “Otto” vorne dran und fertig ist dein Titel.

Pfeffi

Sollte sich ja eigentlich schon bundesweit rumgesprochen haben, dass Pfeffi das Party-Elixier in ostdeutschen Städten ist, welches auch noch herrlich schön nach Zahnpasta schmeckt. Ja, beim ersten Mal schmeckts eher so scheiße. Aber da musst du jetzt durch.

Quälende lokalpatriotische Hymnen

In aufsteigender Reihenfolge nach Grausamkeit geordnet: Das Magdeburger Lied, State of Mind, Radio Brocken Magdeburg Hymne. Noch ist ungeklärt, warum noch keiner eine Otto-Hymne geschrieben hat. Wenn du jetzt akustische Abwechslung brauchst, schalteste am Besten bei unserem Podcast „Wo sind denn alle?“ oder dem Uniradio rein.

Raus ins Grüne

Magdeburg war angeblich die zweit-grünste Stadt Deutschlands. Es bringt also auch Vorteile, dass hier nicht alles so dicht bebaut ist. Aber mehr und mehr geht es der grünen Lunge an die Borke. Daher: sucht euch schnell ein schönes Plätzchen Landschaftsidylle, solange es noch geht. Auch könnt ihr der Initiative Otto pflanzt hier beitreten. (jaja gut erkannt, du Otto, s. O.)

Stadtteile international

Ob Texas, Fermerslay, Sheffield East, Hasselbronx, Sudenburg Hustlers oder Bevely Hüsen – Magdeburgs Stadtteile sind international! Hier heißt ein Stadtteil wie „Nordwest“ im Volksmund einfach mal Texas. Aus Stadtfeld Ost wird Sheffield East und Westerhüsen wird zu Bevely Hüsen. Der Alltagssprech der indigenen Magdeburger*innen ist dabei so kreativ wie das Stadtmarketing – siehe Otto. Falls du bei der Fülle an Bezeichnungen nicht mitkommst, merke dir einfach, dass es heißt: „Machdeburch Du Vorel!“

Tunnel

Untergrund wir kommen! Es ist ein Mega-Projekt für Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt: der geplante City-Tunnel am Magdeburger Hauptbahnhof – im Volksmund auch Stümper-Denkmal genannt. Dass dieses Vorhaben etliche Millionen Euro teuer sein wird, war von Anfang an klar. Doch inzwischen explodieren die Kosten regelrecht. Wie die Stadtverwaltung am Donnerstag mitteilte, erhöhen sich die Ausgaben auf etwa 200 Millionen Euro. Wir sind gespannt ob es den abgetrennten Stadtteil Stadtfeld auch im Jahr 2021 noch gibt.

Unterkunft und Einkommen

Miettechnisch kann man in Magdeburg echt nicht meckern. Wenn du ‘ne richtig günstige Bude suchst – kein Problem. Wenn du – oder deine Eltern oder das Bafög-Amt – sich etwas mehr leisten können, dann findeste hier teilweise auch grandiose Altbau-Wohnungen. Ja, mit Balkon. Und Stuck. Und hohen Wänden. Ohne Makler-Provision natürlich – wo kämen wir denn da hin? Achja, Begrüßungsgeld kriegste auch noch, wenn du hier deinen Hauptwohnsitz anmeldest.

Stimmt nicht mehr janz für Alle, aber Studis sind vergleichsweise König*innen auf dem hiesigen Wohnungsmarkt!

Vierer-Sitze in Bus und Bahn

Ey, wenn du eine Sache nicht machen solltest, dann ist es folgende: Setze dich niemals – ich wiederhole niemals – direkt neben jemanden in Bus oder Bahn, falls noch irgendwo die Chance besteht, dass ein anderer Platz frei sein könnte. Was in anderen Städten Normalität ist, wird hier mit verächtlichen Todesblicken bestraft.

Wesenszüge

Du wirst schnell merken: Die Magdeburger Bevölkerung zeichnet sich in ihrer Gesamtheit nicht durch übersprudelnde Lebensfreude aus. Liegt wohl an der strukturellen Gesamtsituation oder so. Aber hinter der Fassade steckt ein liebenswerter Kern, den es zu entdecken gilt.

X-trem gut vernetzt

Informationen sind alles in Magdeburg, um nicht zu veröden. Manche Leute studieren hier 3 Jahre und lernen nur zwei Locations kennen. Ihr Gesamtfazit bezüglich der Magdeburger Kulturlandschaft fällt dann auch eher dürftig aus. Bei uns findest du eigentlich immer einiges an Infos zu Sachen abseits des Üblichen.

Yin und Yang

Manchmal denkste dir hier echt, du gehst ein. Manchmal denkste dir, du willst eigentlich gar nicht mehr weg. Und bei vielen Sachen denkste dir: Magdeburg halt. #Protipp: Ausflüge in echte Großstädte helfen ab und zu, um dem Mittelstadt-Blues zu entkommen. Und dann magste Magdeburg auch wieder.

Zentrum und Großstadt-Feeling

Jibts nich, weil die Nazis die Zerstörung der Innenstadt im Zweiten Weltkrieg herbeiführten. Inzwischen wurde die Innenstadt durch zwei große Einkaufscenter ersetzt. Viele zieht es auch „nach“ Karstadt, danach kommt nur Woolworth oder Wörl. Support your local Warenhaus-Kette, kauf local und komm dabei nicht mit den Bezeichnungen durcheinander!  Wenn du mehrere Leute auf einem Fleck sehen willst, geh in eines der Center oder zu einer günstigen Zeit zum Hauptbahnhof, wenn alle umsteigen. Dann fühlt sich das tatsächlich ein bisschen wie Großstadt an.

Letztendlich lässt es sich hier ganz gut leben. In dem Sinne: Viel Spaß in Magdeburg!

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