Abaton Kultur Kreativ Magdeburg

Interview  ABATON – Das Kreativquartier

mit Johanna Kastner, Chérise Barthel und Ulrich Neugebauer

Am Wochenende startet das neue Kultur Anker e.V. Projekt ABATON – Das Kreativquartier in den Werkstätten der JVA Magdeburg. Wir haben uns kurz vor der Eröffnung am kommenden Freitag mit drei jungen Menschen unterhalten, die den geschaffenen Freiraum nutzen, um selber kreativ aktiv zu werden. Johanna, Chérise und Ulrich gehen zum Teil noch zur Schule (11.Klasse) bzw. engagieren sich im Rahmen eines Praktikums beim Kultur Anker e.V..

Magdeboogie Events: Was genau wird Abaton?

UN: Abaton ist Kreativrückzugsort des Kultur Ankers und dieser Beschreibung zu Folge soll hier ein Ort entstehen, an dem Menschen kreativ werden können.

Wenn das Projekt langfristig läuft, gibt es hier Werkstätten mit verschiedenen Gerätschaften, an denen man sich künstlerisch betätigen kann oder wenn man Lust hat auf bauen, sich hier am Aufbau des Geländes mit beteiligen. Das wird dauerhaft verändert werden, deshalb gibt es immer etwas zu tun.

Das heißt, es entsteht ein Open Space, wo sich Leute, die noch nicht dabei sind, immer noch einbringen können.

Magdeboogie Events: Wer ist hier schon außer euch aktiv?

UN: Viele Leute vom letzten Jahr sowie Freiwillige, die Lust haben sich auszuleben, was zu schaffen. Hauptsächlich Schüler*innen.

Magdeboogie Events: Also weniger Leute, die schon in der Subkulturszene unterwegs sind?

UN: Zum Teil schon. Künstler*innen, Schüler*innen und andere Freiwillige.

Magdeboogie Events: Ist es das erste Mal, dass ihr bei einem Kultur Anker-Projekt dabei seid?

UN: Ich war letztes Jahr schon bei Sinnlichkeit dabei.

JK: Ich auch, aber nicht beim Aufbau, sondern als Helferin.

Wand Magdeburg Abaton JVA Grafitti

Magdeboogie Events: Wie seid ihr zum Kultur Anker gekommen?

UN: Ich fand die Projekte einfach supertoll, die der Kultur Anker organisiert hat, aber man darf erst ab 16 Jahren teilnehmen, deshalb hat es bis Sinnlichkeit gedauert.

CB: Ich wollte letztes Jahr unbedingt helfen, da hat es aber zeitlich nicht geklappt, aber dieses Jahr passt es und ich bin dabei.

JK: Ich war während der Aufbauphase von Sinnlichkeit schonmal da, durch Freund*innen, wusste da aber noch nicht, wie das am Ende aussehen soll. Fand das aber spannend und hab mich dann als Helferin gemeldet.

Magdeboogie Events:  Was verändert sich im Vergleich zum letzten Jahr?

UN: Es ist langfristig, weniger aufregend, aber entspannter. Man hatte bei Sinnlichkeit immer den Stress von Wochenende zu Wochenende. Zwischendurch konnte man künstlerisch nicht viel verändern, weil andere Dinge zu tun waren, vorbereitungstechnisch für die nächste Veranstaltung fünf Tage später. Bei Abaton haben wir zwischen den Veranstaltungen ca. anderthalb Monate Zeit, manchmal zwei. Es gibt eine Sommerpause. Wir können den Ort jedes mal um ein vielfaches erweitern. Wir hatten zum Aufbau dessen, was jetzt ist, anderthalb Monate Zeit.

CB: Beim Aufbau ist nichts vorgeschrieben. Es war uns komplett freigestellt, was wir machen. Wir konnten uns selber nen Plan machen und uns selber aussuchen, was wir bauen, was wir schaffen wollen. Die Chance zu haben, dass zu verwirklichen, zeichnet Abaton aus.

Magdeboogie Events: Was habt ihr euch erschaffen?

CB: Wir haben den Pixelraum gebaut.

JK: Wir haben noch keinen offiziellen Namen dafür, aber es ist ein kleiner Raum mit Chill-Area.

CB: In unserem Raum wird keine Musik sein, außer die von außen hineindringt. Es spielt mit dem Thema „Pixel und Wald“.

Magdeboogie Events: Findet ihr das gut, dass es so nah beim Sinnlichkeitsgelände ist?

UN: Auf jeden Fall. Allerdings herrscht eine große Verwechslungsgefahr. Viele Leute sprechen bei diesem Projekt von der JVA und Menschen, die nicht involviert sind, halten Abaton und Sinnlichkeit für das gleiche Projekt, das immer noch stattfindet. Das kommt denke ich daher, dass bei Sinnlichkeit oft vom Veranstaltungsort JVA gesprochen wurde und nicht der Projektname Sinnlichkeit genutzt wurde. Das doppelt sich jetzt.

Magdeboogie Events: Ihr habt wahrscheinlich schon einen groben Plan, was an den Wochenenden passieren wird, habt ihr Highlights oder eine Sache, wo ihr euch besonders drauf freut?

UN: Bei mir ist es auf jeden Fall das Musikwochenende am zweiten Oktoberwochenende.

CB: Ich freu mich am meisten darauf, den Menschen zuzusehen, wie sie auf unseren Raum reagieren. Wie das eigene Bauwerk vom Besucher*innen wahrgenommen und kommentiert wird. Ob sie die Sachen wertschätzen oder negativ bewerten. Und dann mit dem Feedback weiterzuarbeiten. Selber eine Antwort auf die Reaktionen in der Gestaltung umzusetzen und in den Austausch mit dem Publikum zu treten. Das könnte eine Inspiration sein. Man unterhält sich auch bei den Veranstaltungen mit den Menschen.

JK: Und das verarbeitet man im Schaffensprozess, egal ob man einen Hinweis hundertprozentig umsetzt oder anderweitig darauf reagiert.

CB: So verändert sich auch das Gelände zwischen den Veranstaltungen und die Leute bekommen die Möglichkeit, immer wieder Neues zu entdecken. Das ist einer der Kernpunkte hinter Abaton als Projekt.

Magdeboogie Events: Was wird denn stattfinden, außer dem Eröffnungswochenende unter dem Motto: Film?

Literatur, Theater, Musik, Malerei/Bildende Kunst, ein bisschen Ausstellung, Performance und weiteres.

Magdeboogie Events: Bis wann wird es Abaton geben?

CB: Zwei Jahre, also bis Ende 2017.

UN: Das ist verkürz- und verlängerbar. Wir, als Kultur Anker, haben hier ein Objekt angemietet, wo die Abrechnung monatlich erfolgt.

CB: Als Rückzugsort dienend, soll es aber längerfristig aktiv sein, aber mit vielen Veränderungen.

UN: Es ist die Schaffenswerkstatt des Kulturankers. Man kann sich das nicht wie einen großen Freiraum vorstellen, so wie Urst Urban einer wahr.

Magdeboogie Events: Wie können Leute bei Abaton mitmachen, die Lust haben selber aktiv zu werden?

UN: Die können hier vorbei kommen und sich vorstellen. Hier wird sich über jede Hilfe gefreut.

CB: Wenn jemand hierher kommt, der_die was bauen möchte und das passt hier hin, da spricht grundsätzlich nichts dagegen.

Magdeboogie Events: Habt ihr noch Anmerkungen oder Ergänzungen?

UN: Kommt zahlreich, es wird sich lohnen.

Abaton Magdeburg JVA Kunst

About Nadia Boltes

Nadia hat schon in der 7. Klasse Partytipps per SMS an alle ihre Freund*innen verschickt. Wenn sie nicht gerade mit ihrem Drahtesel durch die Stadt radelt, um die nächsten Hotspots zu entdecken, trifft und interviewt sie für uns regelmäßig interessante Magdeburger*innen in spannenden Stadtteilen. Als Redaktionsmama hat sie immer ein offenes Ohr und eine (äußerst bequeme) Schulter zum anlehnen. Wäre sie nicht zufällig in Magdeboogie gelandet, würde sie entweder als UN-Frauenbotschafterin die Welt bereisen oder eine GIF-Website betreiben.

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